Der Geschichte eines Ortes nachzugehen, ist Spurensuche - das Vergleichen von schriftlichen, kartografischen, bildlichen und archäologischen Quellen sowie mündlichen Überlieferungen - aber erst auf der Vereinigung von Geschichte und Geografie baut sich das Verständnis der politischen Besiedlung auf.
Spurensuche läßt Deutungen zu und führt zu weiteren Erkenntnissen.
Bereits in der Namensdeutung gibt es verschiedene Ansätze:
Die folgende Übersicht ist ein um einige Details aktualisierter und ergänzter Auszug aus der Broschüre "Kottenhain", die von der Kottenhain GbR 1998 erstellt wurde. Eine Kopie der Broschüre ist auf Anfrage erhältlich.
| Anfänge bis 18. Jahrhundert | 18. Jahrhundert bis Ende II. Weltkrieg | DDR-Zeit und Gegenwart |
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Anfänge bis 18. Jahrhundert |
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| 1387 | Hans Kotinhayn als Ratsmann im Rat der Stadt Weimar urkundlich erwähnt |
| 1481 | Laut einem Eintrag im Termineiverzeichnis des Staatsarchives Magdeburg entstand noch vor 1400 die Siedlung Kotinhayn auf Rodeland. |
| 1432 | geht der Ort über an die Herrschaft Blankenhain (Ernst und Ludwig von Gleichen) |
| 1464 | Im Mainzer Konsens wird das Dorf Kottenhain als Leibgedinge der Gemahlin Ludwigs genannt. |
| 1486 | In den zurückliegenden Jahren wurde laut Erbzinsbuch der Herrschaft Blankenhain das Dorf Kottenhain aufgelassen. Es dient "denen von Lotschen, Wittersroda u.a. Nachbarn als Laßgut" (Pachtland). |
| 1533 | Verkauf der "wustenung und dorffschaft zu dem Kottenhayn" samt Erbgerichten an Nikolaus Worm für 100 Gulden. |
| 1573 | Urkundliche Erwähnung Kottenhains als Schäferei und Gutshof. Eine Inschrifttafel im Stallgebäude auf dem Gutshof weist auf eine bauliche Phase um 1568 hin. |
| 1582 | Kottenhain als Weingarten der Tromlitzer Herrschaft, der der Kirche zu Orlamünde, dem "monche" zu Keßlar und der Leuchtenburg zinste. |
| 1660 | Guth Kottenhain |
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18. Jahrhundert bis Ende II. Weltkrieg |
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| 1718 | Flur Kottenhain |
| 1790 | In der Karte "Das Fürstentum Weimar" wird Kottenhain als "Guttenhayn" betitelt. |
| 1839 | Ernennung des Gutes zum Kammergut Kottenhain |
| 1848 | Einzelhofsiedlung mit dreiseitig umbautem Gutshof, Ortslage von 2,6 ha, Gutsblockflur und Parkgelände |
| 1876 | Gemarkung Kottenhain mit einer Größe von 98,01 ha, davon 74,05 ha Artland |
| 1942 | Zwangsverkauf Kottenhains durch Major Scharrer an Alfons Bauer (oder Baur), der laut mündlichen Überlieferungen nach Kriegsende nach Buchenwald verschleppt wurde, dort aber nie ankam. |
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DDR-Zeit und Gegenwart |
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| 1945 | Eigentum des Kreisrates des Landkreises Weimar |
| 1955 | Übergang des Gutes in den Besitz des Volkseigenen Gutes Neudörnfeld. |
| 1966 | wurde das ehemalige Rittergut (bauliche Entstehungszeit im 18. Jh.) im schlechten Erhaltungszustand durch das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege erfaßt. Eine Nutzung erfolgte durch den Verwalter mit Viehhaltung, zeitweise gab es wohl auch einen Jugendclub im Gutshaus. |
| 1969 | Zwangsaussiedlung der Kottenhainer im Frühjahr. Der Zeitraum bis 1977 läßt sich bisher kaum nachvollziehen. |
| 1973 | Fund eines Taufsteines in einer eingestürzten Wand des Gutshofes. Damit ist nachgewiesen, daß es in Kottenhain einmal eine Kirche gab. |
| 1977 | Neuvermessung. Es entstand u.a. das Flurstück 290/1, welches vom VEB Weimar-Werk übernommen wurde. |
| 1992 | Nach einer recht undurchsichtigen Epoche verließ der letzte Bewohner im Verlauf des Jahres den Ort und die Verwaltung ging an die Treuhand-Liegenschafts-Gesellschaft (TLG) über. In den folgenden Jahren des Leerstands verwandelten Vandalen die Häuser in Ruinen und das Gelände wurde zur Müllkippe. |
| 1997 | Im Dezember Erwerb Kottenhains durch die Kottenhain GbR. |
| 1999 | Ebenfalls im Dezember: Wiederanschluß Kottenhains an das öffentliche Stromnetz. |
| 2001 | Ende Juni ist es endlich soweit: der Brunnen in Kottenhain gibt nach 6 Monaten Bauzeit Wasser! |
| 2002 | Seit November sind die ersten Gebäude an die neu verlegte Wasserleitung angeschlossen. |