Ausblick

Nähert man sich aus Richtung Altdörnfeld dem Gut Kottenhain, tauchen nach schier endlosen Metern querfeldein die ersten Häuser hinter einem Wäldchen auf. Stück für Stück dringt man an einen Ort vor, der durch seine Abgeschiedenheit, mit seinen ruinösen Gebäuden aus verschiedenen Zeitepochen und seiner verwilderten Schönheit im Kontrast zu dem steht, was wir heute als modernes Leben kennen. Diese Ausstrahlung ist es, welche uns immer wieder an diesen Ort zurückkehren, uns Pläne für die Zukunft schmieden läßt.
Raum, auch Luft genug, über Formen des Zusammenlebens nachzudenken, die enge Wohnkommunen nicht zu bieten scheinen. Genug alter Stein, den es gilt, wieder aufeinander zu setzen - mit unseren Erfahrungen, aber auch dem Wissen unserer Vorfahren. Einfach ein Ort, um miteinander für uns selbst etwas zu tun.

Grundgedanke ist die Wiederbelebung von Kottenhain zum Wohnen, Arbeiten und Leben in einem sozial intakten und umweltbezogenen Kontext. Private Rückzugsflächen wechseln mit genügend Platz für gemeinschaftliche Aktivitäten.
Wir stellen uns vor, daß die Einwohner aktiv an der Gestaltung ihres Umfeldes mitwirken und damit den Charakter des Ortes prägen. Alte und neue Handwerkstechniken, wie z.B. Tischlerei oder eine Modellbauwerkstatt, können Fuß fassen, um Arbeit und Wohnen an einem Ort zu verschmelzen. Auch auf dem Gebiet der neuen Technologien können in Zukunft Arbeitsplätze in Kottenhain entstehen, da sich durch die Vernetzung der Welt kreative Arbeitsplätze zunehmend in ein passendes Umfeld verlagern.
Unter dem Dach der großen Scheune entsteht der Mittelpunkt von kleinen und großen kulturellen Ereignissen.

Uns allen liegt am Herzen, den denkmalgeschützten Dreiseithof als Kern Kottenhains zu erhalten und eingestürzte Teile wieder aufzubauen. Die vorhandene Substanz soll behutsam durch traditionelle Handwerkstechniken mit Lehm, Holz und Stein saniert werden, um zum einen unseren ästhetischen Ansprüchen Rechnung zu tragen und zum anderen den Charme der historischen Gebäude (wieder) sichtbar zu machen.

In der Kulturscheune wollen wir einen Vereinsraum fest einrichten. Damit das kulturelle und dörfliche Leben erweitert und bereichert werden kann, wünschen wir uns ein Anwachsen der Bewohnerzahl auf maximal 50 Personen.
Unter Einbeziehung aller vorhandenen Gebäude wird eine langsam reifende Bebauungsstudie erstellt, die dann in einen abgestimmten und verträglichen Bebauungsplan münden soll. Darin sollen auch zwei bis drei Neubauprojekte Berücksichtigung finden.
Zur Aufwertung Kottenhains haben wir uns eine umfangreiche Begrünung, die Umgestaltung des Feuerlöschbeckens und die Rekultivierung des Teichs vorgenommen.